Freiheit und Solidarität in Zeiten der Pandemie

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Massimo Recalcati

Abstract

Die Coronakrise hat in den vergangenen Jahren ein erbittertes Ringen um Freiheit hervorgerufen. Dabei wird Freiheit von den Impf-, Masken- und Lockdown-Gegner:innen vor allem als Freiheit im individuellen Sinn verstanden. Der vorliegende Beitrag dekonstruiert eine solche Idee der Freiheit und setzt ihr ein Paradigma der Solidarität entgegen. Mithilfe von Charles Darwin und Karl Marx entlarvt er das Freiheitsverständnis der No-Vax- und No-Green-Pass-Bewegung als narzisstisch-adoleszente Haltung, die zu keiner echten Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln fähig ist. Analysiert werden die Rhetoriken der freiheitspredigenden Demagogen ebenso wie die verschiedenen Formen von Ängsten, die seit Ausbruch der Pandemie die einzelnen Subjekte und die Gesellschaften als Ganze in ihrem Vermögen und ihren Zukunftsperspektiven in Frage stellen. Was wir morgen sein werden ist angesichts der gegenwärtigen Krise noch nicht ausgemacht, dass ein Wiedergewinnen der Freiheit nur im Übernehmen der Grenze gelingt, jedoch sicher.

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Zitationsvorschlag
Recalcati, M. (2022). Freiheit und Solidarität in Zeiten der Pandemie. LIMINA - Grazer Theologische Perspektiven, 5(1), 53-67. Abgerufen von https://limina-graz.eu/index.php/limina/article/view/149
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