LIMINA - Grazer theologische Perspektiven ist die wissenschaftliche Open-Access-Zeitschrift der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz. Der thematische Fokus von LIMINA ist auf aktuelle Transformationsprozesse gerichtet und orientiert sich an folgenden Fragen: Was sind die gesellschaftlich, kulturell, politisch, religiös und kirchlich brisantesten Veränderungen und Umbrüche der Gegenwart? Wie können diese aus theologischer Perspektive thematisiert werden? In welcher Weise erfordern sie innovative methodische und Disziplinen übergreifende Zugänge? Wie transformieren diese Veränderungen und Auseinandersetzungen die Theologie selbst? Mehr

Call for Papers – Klingende Welten. Potentiale und Wirkweisen von Klang und Musik

2022-05-12

Wir laden Sie ein, einen Beitrag für LIMINA 7:1 (Frühjahr 2024) zum Thema "Klingende Welten. Potentiale und Wirkweisen von Klang und Musik" einzureichen.

Inwieweit beeinflussen Klänge und Musik das Selbst- und Welterleben? Ist Musik wirklich die Sprache, die alle verstehen? Eignet sie sich als Verständigungs- oder gar Versöhnungsmedium in globalen Kontexten? Inwiefern können auditive und musikalische Erlebnisse Transzendenz eröffnen oder vermitteln? Welchen
Erkenntnisgewinn versprechen aktuelle Musik- und Klangforschungen in philosophischer, theologischer, kultur- und kunstwissenschaftlicher Hinsicht?

Die Ausgabe 7:1 (Frühjahr 2024) der Zeitschrift LIMINA – Grazer theologische Perspektiven widmet sich entlang dieser Fragen den Potentialen und Wirkweisen von Klängen, Rhythmen und Musik.

Einsendeschluss für Beitragskonzepte: 31. Jänner 2023

Bd. 5 Nr. 1 (2022): Die desinfizierte Gesellschaft. Zwischen Schutz des Sozialen und Entsozialisierung in (post)pandemischen Zeiten

Was heute global geschieht, scheint in gewisser Weise das Ende einer Welt zu sein und schafft trotz aller sicherheitspolitischen Anstrengungen Unsicherheit auf diversen Ebenen. Angesichts der Konfrontation mit der schwersten planetarischen Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs spricht Étienne Balibar von der Notwendigkeit, sich der „absoluten Ungewissheit der Situation, in der wir uns befinden“, bewusst zu sein, die noch unabsehbare moralische und politische Auswirkungen haben wird. Dabei lässt sich eine neue Form der Unterwerfung und Demütigung beobachten, welche die letzten Reserven an Sicherheiten, Vertrauen und Orientierung raubt und dazu nötigt, sich dem unklaren und unwirtlichen Feld der Ansteckung von Körpern und Gedanken auszusetzen. Menschen quer über den Globus fühlen sich einem geteilten Schicksal ohnmächtig ausgeliefert, was nicht zuletzt einen bislang unbekannten Modus der Passivität erzeugt und
die Freiheit radikal herausfordert.

Davon ausgehend widmet sich LIMINA der kritischen Frage nach einer immunisierten/desinfizierten Gesellschaft in interdisziplinärer Perspektive. Wie gestaltet sich in einer sich zuspitzenden Krisengesellschaft die Dialektik von Freiheit und Sicherheit? Was bedeutet es, wenn es im Zusammenleben nicht um lustvollen Austausch, fröhliches Wagnis, Nähe und Solidarität, sondern um striktes Überleben und um das angestrengte Erlangen und Aufrechterhalten eines statischen Zustands vermeintlicher Sicherheit und steriler Keimfreiheit geht? Welche Spielräume und Alternativen eröffnen sich in der Ambivalenz dieser Krisensituation? In welcher Welt werden wir uns „nach der Desinfektion“ wiederfinden?

Veröffentlicht: 2022-05-13

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