Pandemie zwischen China und Europa Kritische Bemerkungen zum Begriff der Hygiene bei François Jullien

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Reinhold Esterbauer

Abstract

Der französische Sinologe und Philosoph François Jullien, der unterschiedliche Kulturen, aber auch differente Theorien in eine produktive Spannung zueinander setzen möchte, versucht, Abstände zwischen differenten Ansätzen nicht zu nivellieren, sondern ein atopisches – also ortloses – Dazwischen für neue Ideen und Lösungen produktiv werden zu lassen. Dies gilt auch für das Verhältnis von chinesischer und europäischer Medizin, insbesondere für Vorstellungen von Hygiene, die gerade in Zeiten der ­COVID-19-Krise neue Bedeutung erlangt haben. Im Beitrag wird Julliens Hygiene-Begriff mit Bezug auf die gegenwärtige Pandemie untersucht. In der Folge vertrete ich die These, dass Jullien den Ansprüchen der eigenen Methode nicht genügt und zudem Hygiene primär individualistisch denkt, ein Ansatz, der im Zusammenhang von pandemischen Krisen bald an seine Grenzen stößt.

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Zitationsvorschlag
Esterbauer, R. (2022). Pandemie zwischen China und Europa. LIMINA - Grazer Theologische Perspektiven, 5(1), 138-163. Abgerufen von https://limina-graz.eu/index.php/limina/article/view/151
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