Ideen von Freiheit Historisch-philosophische Wegmarken einer ambivalenten Erfahrung

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Isabella Guanzini

Abstract

Die Frage nach der Freiheit drängt sich als eine unvermeidbare Frage auf, die gleichzeitig aber – angesichts ihrer komplexen und dialektischen Manifestationen – als unmöglich zu beantworten erscheint. Die Frage hat in der Geschichte des philosophischen Denkens verschiedene interpretative Zugänge erfahren. Eine idealtypische, nahezu klassisch gewordene Lesart unterscheidet schematisch zwei grundlegende Konzepte, nach denen die ambivalente Erfahrung der Freiheit unterteilt werden kann: in positive und negative Freiheit. Mit Hilfe dieser beiden Figuren wird versucht, vorausgegangene und moderne Lebensweisen zu betrachten, und dies sowohl auf individueller als auch auf gemeinschaftlich-kollektiver Ebene. Während das Konzept der positiven Freiheit vor allem die universelle Dimension der Gemeinschaft betont, welcher das Individuum angehört, ist im negativen Zugang Freiheit vor allem die Absenz von Unterwerfungen: Eine befreiende Struktur zeigt sich in der Emanzipation von unterdrückenden despotischen Mächten sowohl interner als auch externer Natur. Der Beitrag zielt darauf ab, diese beiden Positionen geschichtlich einzuordnen und deren Ambivalenzen und Ausnahmen zu verdeutlichen, um die gegenwärtige Ausfaltung eines Freiheitsdenkens, das auf eine Immunisierung (vor dem Anderen) abzielt, kritisch anzufragen. Unter Rückbezug auf antike Zugänge zur Konzeption von Freiheit wird die Notwendigkeit verdeutlicht, diese als ein grundlegend politisches Konstrukt in der öffentlichen Sphäre zu verankern.

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Zitationsvorschlag
Guanzini, I. (2019). Ideen von Freiheit. LIMINA - Grazer Theologische Perspektiven, 2(2), 58-84. Abgerufen von https://limina-graz.eu/index.php/limina/article/view/42
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