Die Macht der Ohnmächtigen Eine biblisch-theologische Spurensuche

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Andrea Taschl-Erber

Abstract

Biblische Gebete und Lieder – zumal solche, die Frauenfiguren in den Mund gelegt sind – entwerfen angesichts repressiver Machtverhältnisse und -diskurse sprachmächtige Gegenbilder des Protestes und der Hoffnung mit subversivem Potential. Sie rufen die Erfahrungen einer rettenden und befreienden Gottheit in Erinnerung, die auf die Not der Erniedrigten sieht, in treuem Erbarmen auf der Seite der Armen steht, den „Schwachen“ gegenüber den Machenschaften der „Starken“ machtvoll Recht verschafft, Machtlose zum Widerstand ermächtigt und Kriege beendet. Anhand einiger exemplarischer Texte aus AT (1 Sam 2,1–10; Jdt) und NT (Lk 1,46–55) zeigt sich dabei auch, wie herkömmliche Genderkonstruktionen männlich konnotierter Macht und weiblich symbolisierter Ohnmacht reproduziert und zugleich transzendiert werden.

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Zitationsvorschlag
Taschl-Erber, A. (2018). Die Macht der Ohnmächtigen. LIMINA - Grazer Theologische Perspektiven, 1(1), 68-91. Abgerufen von https://limina-graz.eu/index.php/limina/article/view/12
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