„I0I00I0II ... Ich, digital?“ Anthropologische und identitätstheoretische Überlegungen zur Vision des Mind-Uploading

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Georg Gasser

Abstract

Die Vision des sogenannten Mind-Uploading besagt, dass wir in Zukunft dank weiterer wissenschaftlicher Erkenntnisse hinsichtlich des (menschlichen) Bewusstseins und dank des technologischen Fortschritts in der Lage sein werden, Bewusstsein auf künstliche Körper oder digitale Strukturen zu transferieren. Welche Theorie des Bewusstseins und welches Geist-Körper-Verhältnis werden dabei vorausgesetzt? Welche möglichen identitätstheoretischen Probleme tauchen dabei auf? Was besagt eine solche Vision im Hinblick auf unsere derzeitige anthropologische Verfasstheit? Diesen Fragen gehe ich in meinem Beitrag nach. Ich werde dafür argumentieren, dass Mind-Uploading mit einer umstrittenen Theorie des Geistes einhergeht und dabei die wesentliche Rolle der leiblichen Verfasstheit für mentale Vollzüge außer Acht gelassen wird. Mind-Uploading arbeitet mit einer stark verkürzten Anthropologie, die der Komplexität unserer biologischen, psychischen und sozialen Verfasstheit nicht gerecht wird.

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Zitationsvorschlag
Gasser, G. (2020). „I0I00I0II . Ich, digital?“. LIMINA - Grazer Theologische Perspektiven, 3(2), 39–70. Abgerufen von https://limina-graz.eu/index.php/limina/article/view/86
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